Ode an Greta

 

Die Greta, die Greta,
kommt heute etwas späta.
Sie sitzt noch in der Bundesbahn
die ist so voll, die kann nicht fah`n
sie steht am Abstellgleise
und alle weinen leise.
Weil Spanien eine Pleite war
die Ziele in der Weite gar
weils Klima immer wüster wird
der Mensch bald durch die Wüste irrt
der Eisbär auf der Scholle bleibt
weil Trump es richtig dolle treibt
der Pinguin vor Hitze dampft
weil Habeck Wiener Schnitzel mampft
weil wegen hoher Celsius
der Weinachtsmarkt nun schließen muss
und weil, was alles noch verschärft
die Bundesbahn die Greta nervt
weils drinnen keinen Sitzplatz gibt
und Greta doch das Sitzen liebt …
auf Straßen und auf Gleisen
um darauf hinzuweisen
dass Kohlenstoff und Dioxyd
alles zerstört in Nord und Süd
und Ost und West und Hoch und Tief
und alles darbt im Dieselmief.
Das führt, stets Freitags, zu dem Schluss
das alles dies sich ändern muss
und wegen dem Gewissen
nun alle Bahnfah`n müssen !
Nun fahren alle Bundesbahn
das sprengt indes den Reiseplan
von ICE und D-Zug
es gibt davon nicht ge-nug !
Es platzt aus seiner Eisennaht
der Intercity „Rudolstadt“
Der Intercity Nordrhein-West
steckt überfüllt im Gleisbett fest
beim Intercity „Sachsen“
da brechen alle Achsen
und D-Zug 80-20-10
sinkt ein und ward nicht mehr gesehn.
Nun weint die Greta im Abteil
es wird kein Sitzplatz ihr zuteil
vor lauter Menschenmasse
– selbst in der ersten Klasse !
Sie postet dies für ihre Mam
auf Facebook, Youtube, Instagram
hier sitz ich nun und komm nicht wech
im Gang auf kaltem Riffelblech
und Friday für die Zukunft
weicht kaltem Po und Zugluft
OH Greta, teuer ist der Preis
was jeder Revoluzzer weiß
es liegt die Zukunft im Verzicht
das ist die Wahrheit, klar und schlicht.
Sind Auto, Flieger, Busse fort
so bleibt uns nur der Bahntransport
plus Segeln oder Radeln
will man der Welt nicht schadeln.
Die Greta weint, das Handy streikt
der Akku ist geleert und schweigt
Sie hockt auf ihrem Jutesack –
es ist noch weit,
zum Skagerak!

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Weiße Weihnacht

Weiße Weihnacht

Statt Tannen wachsen hier am Rhein
nun Palmen und Bananen
kann das der Klimawandel sein
vor dem jetzt alle mahnen ?
Da schau: Die Wüste wächst und lebt
sie steht schon kurz vor München
es lässt, dass man zu lässig lebt
sich wohl nicht übertünchen.
Zwar ist der Müll korrekt getrennt
doch qualmts aus jedem Schlote
wer immer noch fossil verbrennt
verhunzt die Klimaquote.
Dann schmilzt das Eis, dann steigt die Flut
dann bröselts an den Deichen
dann gibt`s im Norden Brand und Glut
und Polwind, bei den Scheichen.
Der Gletscher weicht nun dem Geröll
in Grönland pflanzt man Trauben
Der Eskimo schwitzt unterm Fell
der Eisbär muss dran glauben.
Und doch: jetzt ist mal Weihnachtszeit !!!
wir woll`n davon nichts wissen
der Glaube hilft der Christenheit
vorm eigenen Gewissen.
Wir stapeln in den SUV
die Gründe, uns zu freuen
so kannibalisch wohl ist uns als wie
den Auerbacher Säuen.
Dort draußen, in der Shopping mall
gibt`s Glühwein, Schnaps und Fritten
da wird, zu Leib- und Kindeswohl
auf Kunsteis Schuh geschlitten.
Da stehen Tannen, schneebedeckt
bei Sommertemp`raturen
die Aircondition kühlt versteckt
und wahrt die Schlittenspuren.
Und auf den Meeren dieser Welt
fahr`n die Containerriesen
sie bringen viel für wenig Geld
von Indern und Chiniesen
Da näht die zarte Kinderhand
und Qualm steigt aus den Schloten
Oh wunderliches Weihnachtsland
dort kennt man keine Quoten.
Es brennen Diesel, Öl und Sprit
es qualmt beim Neujahrsfeste
im neuen Jahr, da kommt der Schnitt
das wäre wohl das Beste.
Wir hocken um den Weihnachtsbaum
und singen fromme Lieder
Herr, halte die Natur im Zaum
wir sind doch alle Brüder.
Gib, dass der Klimarat sich irrt
und lass die Schlote qualmen
dass uns dein Sohn geboren wird
und Schnee liegt.
Auf den Palmen.

Lampions vor Weiß

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Lampionblumen

Lampionblumen in der Vase
Lampionblumen auf dem Klavier
Es ist Herbst. Und schon juckt meine Nase
von dem nasskalten Wetter hier.
Denn wie herrlich die Blumen auch leuchten
und wie sehr mich ihr Rot betört
die Erkältung vom Wetter, vom feuchten
ist der Herbstanteil, der mich stört.
Denn dann liege ich müd` auf dem Sofa
und dann hocke ich müd` auf dem Stuhl
und die Nase brummt wie ein Mofa
und es fehlt mir das Herbstgefuhl.
Denn der Hals schmerzt, es brennen die Lider
die Lampionsicht ist deutlich getrübt
jedes Jahr kommt der Ärger wieder
wenn es Lampionblumen gibt
Dann liegen sie auf dem Piano
es leuchtet ihr herrliches Rot
wie das Himmelstor von Pisano…
Herr, hilf mir in meiner Not.

Lampions auf dem Piano

Lampionblumen auf dem Klavier

 

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Sonntag

Wie jede Woche endet diese
mit einem Sonntag, heut` mehr grau als blau
ich blicke einmal mehr auf meine grüne Wiese
die vor dem Fenster eine Insel formt, im Ackerbau.
Ich schau die Halme an und mir wird bange
sie wachsen nicht, sie schießen aus dem Grund
ich warte mit dem Mähen meist nicht lange
doch diese Wiese hier ist einfach kerngesund.
Da sprechen auch die Apfelblüten Bände
der kleine Baum, er beugt sich sicher bald schon von der Last
so Richtung nächster Sommersonnenwende
doch die ist noch weit fort, drum keine Hast.
Es ist so friedlich heut, die Katzen dösen
und schauen aus den Fenstern, auf die Welt
es ist die Zeit, um Zeit-Rätsel zu lösen
bis wieder Sonnenlicht auf unsre Wiese fällt.
Dort bei den Bäumen öffnen sich die Schleier
und erste Sonnenstrahlen scheinen auf das Grau
der frisch bestellten Äcker – und ein Reiher
späht an des Nachbarn Fischteich durch den Tau
Nur ab und zu, seh ich ein Auto fahren
der Bauer lässt den Traktor heute steh`n
die schwarze Katze schleicht, mit nassen Haaren
um meine Beine und der Rand ist gut zu seh`n
Ich folge mit dem Blick den jungen Pappeln
das frische Grün der Blätter leuchtet weit
hör dann den Kater an dem Trockenfutter rappeln
wer Tiere hat, der hat Verbindlichkeit.
Den Tieren fehlt, das muss man wohl so sehen
für die Romantik eines Frühjahrs echt der Sinn
sie wollen hier im Dorf nur ihre Runden drehen
und nehmen Schönheit als naturgegeben hin.
Für sie dreht sich doch alles um die Mäuse
(das gilt zuweilen auch für  Menschen, geb ich zu)
da kommt schon wieder eine Katze durch die Katzenschleuse
doch ohne Maus, das gibt mir Seelenruh.
Auch wenn ich weiß, dass Tiere Tiere fangen
so hab ich damit manchmal meinen Stress
man sieht mich täglich um die Opfer bangen
auch wenn ich selber gerne Schnitzel ess.
Doch alles dies sind hier nur Randgedanken
noch immer ist die Seelenstimmung mild
ich seh dem Efeu vor dem Schuppen zu, beim ranken
und alles ist so friedlich wie im ersten Bild

Seerosen klein

 

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Am Arsch der Zeit

Am Arsch der Zeit, da lässts sich leben,
da gibts auch für Finanzbeamte Bier
da gibt es keine Stürme, keine Beben
da schwankt nur leis, ein Ruderboot am Pier.
Am Arsch der Zeit, da lässts sich träumen
da ist viel Platz für Strand und Seligkeit
da liegt man dösend unter alten Bäumen
und nuckelt an der Brust der Dunkelheit
Am Arsch der Zeit, das lässts sich schlafen
da braucht man ohne Grund nicht aufzustehn
und riecht am Dung, von 40.000 Schafen
die hat man einst gezählt, vorm Schlafengehn
Am Arsch der Zeit, stehn ein paar Häuser
die haben sicher besseres geseh`n
stat crux dum orbís volvitur, sagt der Kartäuser
doch die Ruinen bleiben dessen ungeachtet stehn
Am Arsch der Zeit, da lässts sich sterben
da flieht der letzte Furz zum Firmament
da kann man Glück und Müßiggang beerben
während die Erde hektisch weiterrennt
Am Arsch der Zeit, wird man begraben
da streckt man sich noch einmal selig aus
und summt ein Lied, wo andere sich angeschrieen haben
Am Arsch der Zeit, da ruft ein Frosch: Applaus

 

Die Nacht klein

Die Nacht

 

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Reste

Es bleiben stets überall Reste
das gilt nach dem großen Brand
für gelung`ne und schlechte Feste
und selbst für die Uhr aus Sand
denn da krümeln nicht alle Körner
durch den dünnen gläsernen Schacht
dann bleiben auch Reste noch ferner
von der letzten durchzechten Nacht
die muss man mit Hering bekämpfen
von denen bleibt noch ein Grät
die Reste von Essensdämpfen
die kleben am Kochgerät.
Auf jedem verschmierten Teller
kleben Reste von Fisch und Fleisch
und die Reste von einem Propeller
machen beim Fliegen ein Scheissgeräusch.
Es kleben Reste in Bärten
es liegen Reste im Schlamm
Grünreste in den Gärten
und Kopfhautreste im Kamm
Wir selber verrotten zu Asche
das ist unser schäbiger Rest
also schnell noch den Rest aus der Flasche
bevor uns das Leben verlässt
Wir preisen die restlichen Reste
wer Reste hat, hat was gehabt
ein Prosit darauf ist das Beste
bevor ihr uns alle begrabt.
Dann bilden die Trauergäste
ein trauriges Defilee
sie stehen um unsere Reste
und dann geht es in das Café.
Und dort wird mächtig gekrümelt
und die Krümel sie liegen am Grund
während es unter dem Kaffeerest blümelt
und der andere Rest klebt am Mund
Ich hör auf, bevor ichs verpeste
von den Reimen bleibt nichts zurück
nur ein Fleck auf der weißen Weste
und vielleicht auch ein Quäntchen Glück
Der Rest ist ein Teil vom Ganzen
tausend Stückchen sind wieder Eins
drum lasst uns den Rest der Nacht tanzen
im Lichte des Restmondenscheins.

Still klein

 

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Morgenandacht des Misantrophen

Es heißt ja nicht umsonst, der Morgen graut
da graut es einem selber, vor dem Morgen
da weht der Wind, und der hat eine Braut
und so hat denn ein jeder seine Sorgen.
Da fliegen frühe Vögel um den Giebel
und suchen einen gleichsam frühen Wurm
vom Fliegen und von Würmern wird mir übel
Der Morgen und die Windsbraut laufen Sturm.
Der Tag erwacht und wirft schon erste Schatten
weil ja die Sonne früh am Morgen tief noch steht
es schlurft sich schwer auf grauen Gehwegplatten
und dann ertönt mit Macht das erste Bohrgerät.
Der Tag beginnt und das urbane Leben
mit Autos, Baggern, Glocken, anderm Krach
ich muss mich mühsam, aus dem Bett erheben
ich atme, doch ich bin nicht wirklich wach.
Der Morgen graut, es graut mir vor dem Tage
die Haut ist grau, die Haare werdens auch
so blau der Himmel scheinen mag, ich sage
dahinter ist es grau wie kalter Schweinebauch.

Landschaft quer klein

Dämmerung

 

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