Schnee im Flachland

Wenn Winter ist, fällt manchmal Schnee
der rieselt durch die Bäume
er legt sich auf das BOELS-WC
und füllt die Zwischenräume
von Auto, Haus und Lattenzaun
von Bordstein und Garage
das ist romantisch anzuschaun
denn warm, ist die Etage.
Die Welt wird weiß und leuchtet grell
es glitzern alle Flocken
der Katze wächst ein Winterfell
der Mensch braucht dicke Socken
Die Kinder wollen Schlitten fahr`n
der Papa sucht im Keller
das Flachland ist an Hügeln arm
und auch der Tau ist schneller.
Doch schon nach einer kurzen Zeit
gerinnt der Schnee zur Brühe
Ein brauner Klumpatsch macht sich breit
das Laufen macht nun Mühe
denn weil es taut und weil es trauft
spritzt Matsche auf die Schuhe
der Halbschuh, den man jüngst gekauft
ist klar, zur letzten Ruhe.
Nur eines ist noch gut vesteckt
das sind die Hundehaufen
was man zu Hause erst entdeckt
beim über´n Teppich laufen
Der Schnee sieht so romantisch aus
am Berg und in der Schonung
Bei uns führt er zu Autostaus
und Flecken in der Wohnung
Drum Schnee, fall auf den Höhenzug
auf Deiche, Berge, Hügel
dort nimmt man, wenn es kalt genug
die Anoraks vom Bügel
und rutscht vom Hang samt Frau und Kind
man lässt den Zauber leben
von dem, was hier im Rinnstein rinnt
muss ich mich übergeben

„Verdronken land van Safthinghe“ / www.kunstblaetter.de
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Weihnachten 2020

Der Baum steht einsam dort im Zimmer
man nimmt das Funzellicht der LED`s kaum wahr
das waren früher, Kerzen, immer
bis zu dem Zimmerbrand im letzten Jahr.
Da fing das Baumharz plötzlich Feuer
es schmolzen Christbaumkugel und Konfekt
der Eimer Wasser, er verpuffte am Gemäuer
der alte Feuerlöscher war defekt.
Am Ende ist dann auch die Feuerwehr gekommen
da hat das Sofa noch ein letztes Mal gezischt
es waren einige vom Rauch benommen
und Opa hat es dann final erwischt.
Doch muss man sagen, unterm Strich war Action
die Großfamilie hatte ihren Spaß
zwar kohlten die Geschenke in den Päckchen
doch war´s ein Fest, dass keiner mehr vergaß.
Da haben 20 Mann gesoffen und gejohlt
und durch den abgebrannten Dachstuhl rausgebrüllt
der Baum, war zur Unkenntlichkeit verkohlt
doch jedes Herz, von Weihnachten erfüllt !
Nun steht der Baum dort einsam, schwach beleuchtet
keine Gefahr, dass er noch einmal brennt
selbst völlig trocken, unbefeuchtet
fehlt einer LED des Feuers Temprament.
Und weiter fehlen auch die Gäste
die um den Baum sich scher`n bei diesem Fest
Denn es ist Krise und es ist das Beste
wenn man das Feiern besser lässt.
Wenn man zuhause bleibt, im kleinen Kreise
und keine Lieder singt, mit großer Zahl
der Baum bleibt dunkel, es bleibt leise
und unterm Mundschutz murmelt man „es war einmal“
Denn der ist Pflicht, auch bei der Suppe
die Aerosole kennen keinen Spaß
Mehr als 2 Mann sind bei Corona eine Gruppe
wie man im Bundespresseamt verlas.
Drum wird der Glühwein mit dem Strohhalm eingesogen
man sitzt im kleinen Kreis bei Wurst und Krautsalat
die Abendmette hatte man erwogen
doch es herrscht Ausgangssperre in der Stadt.
So ist man ganz auf sich gestellt am Heiligabend
und traurig ist die Aussicht auf den Baum
ja selbst der Holzwurm, in der Fichte schabend
kaut freudlos hinter seinem Mundschutzsaum.
Die Spitze eines Baumes nennt man Krone
„Coronam“ lautet diese auf Latein
das fiel, wie boshaft und dem Mensch zum Hohne
wohl dem verfluchten kleinen Covid-Igel ein.
Nun ist es in der Christnacht zappenduster
man denkt voll Wehmut nochmal an das letzte Fest
dann holt der Vater Terpentin als Booster
Corona brennt, quod iustum est*
Dann folgt noch Saufen, Toben, Fluchen und Beschimpfung
und dann der Aufschrei „nächstes Mal die AFD“
nur mit der Ruhe, bald schon kommt die Impfung !
dann ist das ganze Elend kurzerhand passé.
Die Welt bricht auf, es folgen gold`ne Zeiten
die Wirtschaft brummt und jeder ist gesund
man spricht nicht mehr von all den Pleiten
den letzten beißt halt leider stets, der Hund…
Doch aufgepasst, wir sind noch nicht am Ende
denn so ein Virus kann ja wieselflink mutier`n
dann hüpft die neue Abart durch`s Gelände
um uns, trotz trügerischer Sicherheit, zu infizier`n
Wenn dieses Weihnachtsfest nun schon verhunzt und blöd ist
so bleibt ein letzter frommer Wunsch der Christenheit
„Herr, schick Corona schleunigst in die Ödnis“
und wenn das Biest schon rund ist, mach uns breit.
(lat.: so ist es recht)

I am / Stillleben mit Weinflasche http://www.kunstblaetter.de
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Morgenlurch

Der Morgenlurch sitzt, am Rand des Gewässers, und singt
er singt, seine alten Lieder
und der Nebel, der über die Teichblumen dringt
macht Rheuma in seine Glieder.
Er singt von der Schönheit der Loreley, ihrem Haar
und streicht seine Harfe dabei
und wäre so gern mit der Schönen ein Paar
dass der Nachwuchs ein Wunderlurch sei.
Doch die Loreley ist ein Fabelkind,
sie entsprang Heinrich Heines Liedern
und weil Fabeln nun einmal fabelhaft sind
träumt er sinnlos von ihren Miedern
Und er kann auch nicht singen, das ist grad so verrückt
weil ansich das Amphibium schweigt
und so hat uns die erste Zeile entrückt
grade so, als wenn der Grottenolm geigt.
Die Tierwelt, ganz sicher die amphibieske
ist nicht, wie Disney sie möchte
und singende Lurche sind eine Groteske
und zwar eine ziemlich schlechte.
Was denn noch, wenn ich bitte mal fragen darf
so am frühen, am ganz frühen Morgen
Vielleicht Jolly the Jumbuck, das steppende Schaf
ja habt ihr noch andere Sorgen ?
Und Morgendunst, Tau und die holde Romantik
gehen mir heut massiv auf den Senkel
Metaphern, Parabeln, die ganze Semantik
liegen bleischwer auf meinem Schenkel.
Der Lurch und der Olm und der Salamander
die hocken nur dumpf in der Böschung
und jagen Insekten und sich untereinander
als Nahrung und als Erfröschung.
Und Novalis, Claudius, Hölderlin, Fichte
mit ihren schmachtenden Kühen
die brauchen sich, grade in diesem Lichte
bei mir heute nicht zu bemühen.
Ich lasse den Lurch, was dem Lurchen ist
und ganz Wurscht sind mir Molche und Frösche
und das Reh, das im Wald in die Furchen pisst
treib ich auch zurück in die Bösche.
Ich will meine Ruhe, selbst die Kommodo-Echse
wär mir heut keine Zeile wert
gehe hoch in mein Studio und schmiere und kleckse
ein Lurch nur, wer sich nicht wehrt. (Une embardée qui mal y pense)

Morgenlicht
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Generatio Spontanea (an einem warmen Wintertag)

An warmen Tagen ist die Wohnung voller Fliegen
die kommen aus dem Nichts und sind dann einfach hier
sie sitzen überall und sind nicht zu besiegen
für jede totgeschlag`ne kommt ein neues Tier
Sie sitzen am Computer auf den Tasten
sie hocken auf den Krümeln hier am Platz
am Kühlschrank und -ganz klar- am Pilsbierkasten
und auf dem Küchenhandtuchrandbesatz
Sie summen und sie fliegen durch das Zimmer
landen im schlimmsten Fall auf meiner Haut
mit jedem Mal verscheuchen wird es schlimmer
sie sind Legion. Mir graut.
Ich würde gern schlagen, doch des Buddhas Augen
die schau`n genau, was ich im Leben tu
will ich mir Karma sammeln sollte ich was taugen
und tote Fliegen, die gehören nicht dazu.
Zumal, wie schon gesagt, für jede Fliege
kommen sofort zwei völlig neue auf den Plan
wo nur, um alles in der Welt steht ihre Wiege
was habe ich, der Welt, nur angetan ?
Es schickt uns die Natur so manche Plage
mal ist es Dürre, mal vom Heu der Schreck
ich bin genervt und nicht mehr Herr der Lage
die vielen Fliegen müssen weg.
Ich kann das Kribbeln nicht mehr lang ertragen
ist dies wohl eine Prüfung unsres Herrn?
wie lange muss ich kratzen ohne Klagen
ist die Apokalypse nicht mehr fern?
Der Leeuwenhoek, der kannte das Geschehen
und folgte wissenschaftlich diesem Fall
das Leben könne wohl spontan entstehen
und käme aus dem Nichts, wie bei dem ersten Knall.
Der Hauch des Lebens blies an jedem Orte
und küsste so die Fliegen einfach wach
nur nicht, in einer Schwanenhalsretorte
doch sonst, omnipräsent, an Feld und Bach.
Ich lass die Fliegenklatsche in der Lade
ich lasse das Insektenspray im Schrank
ich hoffe auf des Buddhas große Gnade
und sorge hier für weniger Gestank.
Vielleicht muss ich den Müllsack öfter tauschen
vielleicht steckt ja die Lösung im Verfall
ich werde meiner inn´ren Stimme lauschen
im Jetzt, im Hier, im Zimmer und im All.
Leben entsteht spontan und wird auch wieder gehen
es tickt der Eintagsfliege inn´re Uhr
alles was wird, wird mit dem Wind verwehen
und von Herrn Leeuwenhoek bleibt keine Spur

Der Buddha auf meinem Kaminsims
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Gewitterwarnung

Vom Norden her ziehts dunkel auf
das ist wohl ein Gewitter
da nimmt das Unheil seinen Lauf
und hämisch lacht der Schnitter.
Denn irgendwo, da schlägt es ein
da sträuben sich die Haare
da rülpst und furzt ein Frankenstein
und wackeln die Altare.
Da brennt der Dachstuhl, reißt das Glas
da platzen schon die Röhren
da flitzt das Monster schon durchs Gras
und heulen alle Gören.
Es kriechen Hunde unter´n Stuhl
und Papa löscht die Lichter
die Luft wird dunkel, feucht und kuhl
und blass sind die Gesichter.
Schon zuckt der erste Blitz herab
und spaltet ein paar Eichen
es öffnet sich des Monsters Grab
es glühen ein paar Leichen.
Ich schaue ziemlich ungerührt
nach draußen, auf das Blitzen
wenn alles dies ins Unheil führt
dann bleib ich doch hier sitzen
Und trink ein Bier, vielleicht auch zwei
mit Frankensteins Geschöpfen
mir geht der Sturm am Arsch vorbei
Gepriesen sei der Höpfen.

Die Hoffnung 2
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Irgendwo mäht immer einer

Das, was die Menschen hier im Ort am meisten lieben
ist tiefe Ruhe, die zur Einsamkeit gehört
ich bin deshalb ja damals auch geblieben
ohne den Lärm, der mich beim Dösen stört
Hier gibt es keine Staus, kein Hupen, kein Gebrülle
hier gibt`s nicht Straßenbahn, nicht Fluglärm; nicht Motor
kein Bagger, keine Menschen – nur beredte Stille
und kaum mehr hörbar rauscht der Tinitus im Ohr
Dort Vögel, die ein Liebesliedchen pfeifen
ein Pferd, das schnaubt im feuchten Tau
die Maus, die quietscht, wenn sie die Katzen greifen
das Grunzen einer grundzufriednen Sau
Nichts weiter, nur ein Trekker, hin und wieder
der Bauer holt die Möhren aus dem Feld
der Wildgans zartes Rascheln im Gefieder
ohne Crescendo dreht sich diese Welt.
Bis irgendwo sich Schuppentüren weiten
in deren Licht ein kleiner Mann im Overall erscheint
um dann – voll Energie – das Chaos einzuleiten
Idyll ist viel fragiler, als es scheint.
Nach einigen beherzt gekonnten Zügen
an eines Mähers ausgefranstem Starterseil
wird dessen Brüllen über Rast und Ruhe siegen
nur in gepflegtem Rasen liegt des Gärtners Heil.
Und stundenlang wird der den Mäher schieben
nieder und auf, der Topos ist verzwickt
ist auch das Rad vom Motor angetrieben
erst eines Gärtners kluger Plan sorgt, dass es glückt.
Ein Ast zerbirst mir fürchterlichem Krachen
es wird mit Regelmaß der Grasfangkorb geleert
wer gern schlafen wollte, lernt zu wachen
und konzentrierte Arbeit wird erschwert.
Denn asymmetrisch ist des Mähwerks Röhren
sein Heulen schwillt stets ab und wieder an
und jeden klaren Geist kann dieser Lärm zerstören
weil niemand mehr an etwas and`res denken kann.
Und darum tut man nun, was man tun musste
und holt selbst seinen Mäher aus dem Stall
gut, dass man dessen Kerze just entrusste
dass nun der Motor zünden kann in jedem Fall.
Von überall ertönt nun Röhren, Kreischen, Knattern
und Luzifer verscheucht den Beelzebub
ohrenbetäubend ist der Lärm hinter den Gattern
und zwischen Not und Glück schwankt jeden Rasenmähers Schub
Stets weiter geht es, bis der letzte Halm gemäht ist
wenn es die Hölle gibt, so heißt sie Dezibél
es soll der Bauer ernten, was gesät ist
und Moritz Schrebers Wunsch, ist uns Befehl.
Es ist vollbracht, die Gärten sind geschoren
und Ruhe legt sich wieder auf den Ort
ein jeder atmet auf, wie neugeboren
man bringt den letzten Grünschnitt Richtung Kompost fort
doch irgendwo, da mäht noch einer, immer
da sprießt noch irgendwas am Wegesrand
da holt der Mann im Overall den Trimmer
und dessen heiseres Gekreisch, bringt mich, um den Verstand
Was alle Menschen hier im Ort am meisten lieben
das ist die Stille, wie im Kreuzgang, beim Gebet
doch hat mir Goethe schon ins Poesie-Album geschrieben
irgendwo ist immer jemand, der grad mäht.

Weites Mohnfeld / http://www.kunstblaetter.de

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Weiße Riesen

Die Mühlen mahlen sirrend Luft
und ihrer Flügel lange Schatten
streifen die Kronen
alter Bäume
wandern in Wellen über Feld und Gras
und recken sich zum Horizont
wo wogend sie
im Weizen sich verlieren.
Hier knirscht kein Vierkant mehr und treibt den Stein
hier gibt es keinen Staub und keinen Müller
hier gibt es keinen Unterlass
kein Schweigen
keine Pause
und auch kein Maultier, das die Säcke trägt.

Und doch bewegt sich dort,
noch in der Ferne
ganz ohne Hast, ein grauer Esel
vor dem Deich
und folgt in Stolperschritten
Don Quixotes Pferd
das, schnaubend, bei ihm trabt.
Und noch sieht dessen Reiter ruhig zu
wie sich die Mühlenflügel unverdrossen drehen
und Schatten werfen
auf die Kronen alter Bäume
auf Feld und Gras
und auf die Ähren, die sich beugen.

Er folgt dem unaufhörlich riesenhaften Schattenspiel
dass sich im wechselhaften Licht
ins Land erstreckt
mit seinem Blick
mit seinem Sinn
und seinem Tritt
und noch ist fraglich,
ob die Würfel fallen.
Doch gleich schon wird er seine Lanze greifen
und auf den Feind sich stürzen
mit Gebrüll
in dessen rasend schnellen Armen
sich verfangen
und stürzen; wie einst Ikarus
blind von der Eitelkeit
des Menschen Übermacht.

Dann liegt er ausgestreckt, in seiner Rüstung
vor dem Feind
während sein Diener noch in wilder Panik
zu ihm hastet
und Rosinante, dieser abgezehrte Gaul
voll Seelenruhe in der Wiese grast
und voller Gleichmut nach den Flügeln schaut
die unablässig weiter drehen
und Schatten werfen
auf die Kronen alter Bäume
auf Feld und Acker
und die Gräser, die im Luftzug tanzen.
Die Mühle schreibt ihr Lied
mit immer gleicher Schnelligkeit ins Licht
und fauchend ist ihr langer Flügelschlag.
An ihrem schlanken Fuß
sitzt Sancho Pansa neben seinem Herrn
und sucht, mit seinem Blick
den Horizont.


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Der Elefant im Kühlschrank

Als ich – arglos – die Kühlschranktür öffnete
da saß dort ein Elefant
der genüßlich den Mangoquark löffelte
den ich neulich im Supermarkt fand

Ich fragte den Pachydermen
was suchst Du in meinem Haus ?
Du wirst meinen Kühlschrank erwärmen
darum komm da doch bitte heraus

Sonst schmilzt am Ende die Butter
und die Milch wird gammlig und grün
in der Steppe, dort wächst dein Futter
wie wär`s dahin zurückzugeh`n ?

Überhaupt – was machst Du im Bauknecht
(sag mal: brennt bei geschlossner Tür Licht ?)
wenn Du stehen willst, stehst Du dann aufrecht
oder tust Du das eher nicht ?

Hast Du Platz genug neben dem Käse
wohin gehst Du, wenn Du mal musst ?
wie kam es zu dieser Genese ?
Alles dies hätt ich gerne gewusst

Der Dickhäuter zog seinen Rüssel
voller Grazie heraus aus dem Quark
strich nochmal um den Rand der Schüssel
und leckte am Mangomark

Er wedelte mit seinen Ohren
drehte Kreise mit seinem Schwanz
und reckte sich hochwohlgeboren
bevor er, für immer, verschwands

In der Butter sah ich tiefe Stapfen
die sein Passgang dort hinterließ
ein paar Löcher in Käse und Krapfen
die er mit seinen Stoßzähnen stieß.

Seitdem klafft in dem Schrank eine Lücke
statt Erleuchtung nur finstere Nacht
ach, ich habe wohl aus einer Mücke
einen Elefanten
gemacht.

Brood

Wein und Brot

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Covid und Ovid

Zwei ungleiche Brüder, Covid und Ovid
selbst wenn man es nicht nur rein optisch sieht
denn Covid war ein Denker, von Adel und stattlich
Covid 19 ist eigentlich unappetatlich.
Bestückt mit Bröseln wie ein pelziger Kamm
trotzdem omnipräsent in jedem Fernsehprogramm
Ovids Bild steht in Tomoi am Schwarzen Meer
und das war`s, was darüber zu sagen wär.
Der eine berühmt für seine Liebesgesänge
die Klagelieder, die Heldenklänge
für Gedicht und Verfehlung und dann seinen Frust
über die Verbannung, durch Kaiser Augúst.
Der and´re derzeit wohl das größte Thema
noch vor Donald Trump das bestimmende Schema
noch vor Fridays for Future und Klimawandel
vor Strafzöllen, Grenzschließung, Menschenhandel,
vor Krieg und Vertreibung, vor Flucht und Lügen
denn Covid kann man leider auch selber kriegen!
Der ist nicht weit weg wie die anderen Dramen
weil die Infizierten das Virus mitnahmen
und nun hockt es mit ungebrochener Kraft
in Europa und unserer Nachbarschaft….
Sind sie sich auch fremd wie Jacke und Hose
eint Covid und Ovid doch die Metamorphose
Das Hauptwerk Ovids, aus dem ersten Jahrhundert
ist auch das Covids, über das man sich wundert.
Ovid hats geschrieben, Covid hats gemacht
und wurde zur Pandemie über Nacht.
Ovid ist vergessen, die Dichtung vergammelt
Covid hat sich erstmal zu Großem versammelt.
Er reist durch die Welt und zieht eine Schneise
Ovid bleibt dagegen verdächtig leise.
Und so bleibt uns am Ende dann doch die Moral
jede Seuche besiegt die Kultur allemal.
Erst kommt das Fressen, dann die Gedichte
und dann das Ende, der ganzen Geschichte.
Viel wichtiger als ein Prosa-Brevier
ist das Hamstern von reichlich Toilettenpapier.
Drum schrubbt euch die Hände in Desinfektionen
und bleibt in den Häusern, das könnte sich lohnen
kommt niemand zu nahe, schon gar nicht bei Husten
das könnte am Ende die Gesundheit verwusten
Ovid hat der Menschheit die Lyrik gegeben
Covid gibt Dir nix, er nimmt Dir das Leben
Covid und Ovid, zwei ungleiche Brüder
mir wärs daher lieb, Covid ginge wieder

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Nostradamösl blas`n

Komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Da kommt schon das Virus haha, huhu,
und springt Dir an die Papillen
schon bald kneifst Du Augen und Hintern zu
und röchelst den letzten Willen
Denn dann hocken Milliarden in deiner Brust
und blockieren die Vakuolen
die geschönte Statistik, das ist Dir bewusst
kann (wie dich) nun der Teufel holen
Corona kommt und das Ende naht
wie bei Emmerich der Tsunami
wir haben erst geschlafen und nun den Salat
und enden in der Salami.
Sieh nur da vorne, wo die Ersthelfer steh`n
da krümmt sich ein Kerl auf dem Rasen
das ist heute schon Nummer zweihundertzehn

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Siehst Du die Männer am Horizont
mit den Voll-Latex-Schutzanzügen?
In dem Haus haben früher mal Leute gewohnt
die nun schon auf dem Friedhof liegen
Die ganze Siedlung, sie starb über Nacht
man sah sie wie Zombies irren
die hat der Covid alle umgebracht
und es wiehern in den Geschirren –
die Pferde der apokalyptischen Reiter
man hört schon ihr teuflisches Lachen
denn Covid ist Legion und und zieht immer weiter
um uns allen den Garaus zu machen
Besorgt euch den Mundschutz (die sind schwer zu kriegen)
und schützt euren Mund und die Nasen
doch ihr werdet Covid leider doch nicht besiegen

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Die Fenster verschlossen, die Türen verrammelt
die Städte wie leer gesogen
während hier und da schon ein Leichnam vergammelt
blass und unnatürlich verbogen
Die Läden geplündert; es kokelt und simmert
kein Mensch wagt sich noch auf die Straßen
wo in grausiger Stille ab und zu jemand wimmert
den sie einfach dort liegen lassen
Die Sirenen heulen, die Blaulichter kreisen
und am Boden wabert der Nebel
ein Versäumen ist niemandem nachzuweisen
und die Wissenschaft flieht vor dem Pöbel
Die Politiker hocken in Bunkern und Kraft
aus dem Reinraum gesendeter Phrasen
übernehmen Sie bald schon die Weltherrschaft

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Es klirren die Schwerter vom Weltungergang
Corona schwingt Sense und Säbel
auf den bäumenden Pferden unheilvoller Gesang
und dann prescht die Schwadron durch den Nebel
und tost und wütet und metzelt nieder
wer die Kraft nicht mehr hat um zu fliehen
und das Husten Covids hallt von überall nieder
es ist Zeit, um niederzuknien.
Zu beten, zu flehen und sich zu ergeben
wenn sich der „Jedermann“ nähert
wer früh stirbt kann viel länger ewig leben
wir haben uns zu spät, gewehert.
Drum bunkert noch schnell Toilettenpapier
für die dunkelsten Menscheitsphasen
Kartoffeln und Mehl und Nudeln und Bier

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Es hat die Menschheit schon immer geahnt
irgendwann kommt die Stunde der Wahrheit
Nostradamus hat davor schon lange gemahnt
und bis jetzt gings uns gut, um ein Haarbreit
Es geht zu Ende, die Sintflut kommt
selbst der ESC ist gecancelt
keine Reise, keine Party, die Welt ist verstommt
nur Covid 19, der pfeift und tänzelt
Ein Hoch dem Wahn und Expertenrunden
einen Toast auf die Apokalypse
Wir haben lange gesucht und sie endlich gefunden
und öffnen Pandorras Büchse
Die Menschheit vergeht, selbst das Fernsehn schweigt
die Luft weicht giftigen Gasen
es donnert und braust und der Wagner geigt

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Die Ankunft klein

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