Irgendwo mäht immer einer

Das, was die Menschen hier im Ort am meisten lieben
ist tiefe Ruhe, die zur Einsamkeit gehört
ich bin deshalb ja damals auch geblieben
ohne den Lärm, der mich beim Dösen stört
Hier gibt es keine Staus, kein Hupen, kein Gebrülle
hier gibt`s nicht Straßenbahn, nicht Fluglärm; nicht Motor
kein Bagger, keine Menschen – nur beredte Stille
und kaum mehr hörbar rauscht der Tinitus im Ohr
Dort Vögel, die ein Liebesliedchen pfeifen
ein Pferd, das schnaubt im feuchten Tau
die Maus, die quietscht, wenn sie die Katzen greifen
das Grunzen einer grundzufriednen Sau
Nichts weiter, nur ein Trekker, hin und wieder
der Bauer holt die Möhren aus dem Feld
der Wildgans zartes Rascheln im Gefieder
ohne Crescendo dreht sich diese Welt.
Bis irgendwo sich Schuppentüren weiten
in deren Licht ein kleiner Mann im Overall erscheint
um dann – voll Energie – das Chaos einzuleiten
Idyll ist viel fragiler, als es scheint.
Nach einigen beherzt gekonnten Zügen
an eines Mähers ausgefranstem Starterseil
wird dessen Brüllen über Rast und Ruhe siegen
nur in gepflegtem Rasen liegt des Gärtners Heil.
Und stundenlang wird der den Mäher schieben
nieder und auf, der Topos ist verzwickt
ist auch das Rad vom Motor angetrieben
erst eines Gärtners kluger Plan sorgt, dass es glückt.
Ein Ast zerbirst mir fürchterlichem Krachen
es wird mit Regelmaß der Grasfangkorb geleert
wer gern schlafen wollte, lernt zu wachen
und konzentrierte Arbeit wird erschwert.
Denn asymmetrisch ist des Mähwerks Röhren
sein Heulen schwillt stets ab und wieder an
und jeden klaren Geist kann dieser Lärm zerstören
weil niemand mehr an etwas and`res denken kann.
Und darum tut man nun, was man tun musste
und holt selbst seinen Mäher aus dem Stall
gut, dass man dessen Kerze just entrusste
dass nun der Motor zünden kann in jedem Fall.
Von überall ertönt nun Röhren, Kreischen, Knattern
und Luzifer verscheucht den Beelzebub
ohrenbetäubend ist der Lärm hinter den Gattern
und zwischen Not und Glück schwankt jeden Rasenmähers Schub
Stets weiter geht es, bis der letzte Halm gemäht ist
wenn es die Hölle gibt, so heißt sie Dezibél
es soll der Bauer ernten, was gesät ist
und Moritz Schrebers Wunsch, ist uns Befehl.
Es ist vollbracht, die Gärten sind geschoren
und Ruhe legt sich wieder auf den Ort
ein jeder atmet auf, wie neugeboren
man bringt den letzten Grünschnitt Richtung Kompost fort
doch irgendwo, da mäht noch einer, immer
da sprießt noch irgendwas am Wegesrand
da holt der Mann im Overall den Trimmer
und dessen heiseres Gekreisch, bringt mich, um den Verstand
Was alle Menschen hier im Ort am meisten lieben
das ist die Stille, wie im Kreuzgang, beim Gebet
doch hat mir Goethe schon ins Poesie-Album geschrieben
irgendwo ist immer jemand, der grad mäht.

Weites Mohnfeld / http://www.kunstblaetter.de

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Weiße Riesen

Die Mühlen mahlen sirrend Luft
und ihrer Flügel lange Schatten
streifen die Kronen
alter Bäume
wandern in Wellen über Feld und Gras
und recken sich zum Horizont
wo wogend sie
im Weizen sich verlieren.
Hier knirscht kein Vierkant mehr und treibt den Stein
hier gibt es keinen Staub und keinen Müller
hier gibt es keinen Unterlass
kein Schweigen
keine Pause
und auch kein Maultier, das die Säcke trägt.

Und doch bewegt sich dort,
noch in der Ferne
ganz ohne Hast, ein grauer Esel
vor dem Deich
und folgt in Stolperschritten
Don Quixotes Pferd
das, schnaubend, bei ihm trabt.
Und noch sieht dessen Reiter ruhig zu
wie sich die Mühlenflügel unverdrossen drehen
und Schatten werfen
auf die Kronen alter Bäume
auf Feld und Gras
und auf die Ähren, die sich beugen.

Er folgt dem unaufhörlich riesenhaften Schattenspiel
dass sich im wechselhaften Licht
ins Land erstreckt
mit seinem Blick
mit seinem Sinn
und seinem Tritt
und noch ist fraglich,
ob die Würfel fallen.
Doch gleich schon wird er seine Lanze greifen
und auf den Feind sich stürzen
mit Gebrüll
in dessen rasend schnellen Armen
sich verfangen
und stürzen; wie einst Ikarus
blind von der Eitelkeit
des Menschen Übermacht.

Dann liegt er ausgestreckt, in seiner Rüstung
vor dem Feind
während sein Diener noch in wilder Panik
zu ihm hastet
und Rosinante, dieser abgezehrte Gaul
voll Seelenruhe in der Wiese grast
und voller Gleichmut nach den Flügeln schaut
die unablässig weiter drehen
und Schatten werfen
auf die Kronen alter Bäume
auf Feld und Acker
und die Gräser, die im Luftzug tanzen.
Die Mühle schreibt ihr Lied
mit immer gleicher Schnelligkeit ins Licht
und fauchend ist ihr langer Flügelschlag.
An ihrem schlanken Fuß
sitzt Sancho Pansa neben seinem Herrn
und sucht, mit seinem Blick
den Horizont.


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Der Elefant im Kühlschrank

Als ich – arglos – die Kühlschranktür öffnete
da saß dort ein Elefant
der genüßlich den Mangoquark löffelte
den ich neulich im Supermarkt fand

Ich fragte den Pachydermen
was suchst Du in meinem Haus ?
Du wirst meinen Kühlschrank erwärmen
darum komm da doch bitte heraus

Sonst schmilzt am Ende die Butter
und die Milch wird gammlig und grün
in der Steppe, dort wächst dein Futter
wie wär`s dahin zurückzugeh`n ?

Überhaupt – was machst Du im Bauknecht
(sag mal: brennt bei geschlossner Tür Licht ?)
wenn Du stehen willst, stehst Du dann aufrecht
oder tust Du das eher nicht ?

Hast Du Platz genug neben dem Käse
wohin gehst Du, wenn Du mal musst ?
wie kam es zu dieser Genese ?
Alles dies hätt ich gerne gewusst

Der Dickhäuter zog seinen Rüssel
voller Grazie heraus aus dem Quark
strich nochmal um den Rand der Schüssel
und leckte am Mangomark

Er wedelte mit seinen Ohren
drehte Kreise mit seinem Schwanz
und reckte sich hochwohlgeboren
bevor er, für immer, verschwands

In der Butter sah ich tiefe Stapfen
die sein Passgang dort hinterließ
ein paar Löcher in Käse und Krapfen
die er mit seinen Stoßzähnen stieß.

Seitdem klafft in dem Schrank eine Lücke
statt Erleuchtung nur finstere Nacht
ach, ich habe wohl aus einer Mücke
einen Elefanten
gemacht.

Brood

Wein und Brot

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Covid und Ovid

Zwei ungleiche Brüder, Covid und Ovid
selbst wenn man es nicht nur rein optisch sieht
denn Covid war ein Denker, von Adel und stattlich
Covid 19 ist eigentlich unappetatlich.
Bestückt mit Bröseln wie ein pelziger Kamm
trotzdem omnipräsent in jedem Fernsehprogramm
Ovids Bild steht in Tomoi am Schwarzen Meer
und das war`s, was darüber zu sagen wär.
Der eine berühmt für seine Liebesgesänge
die Klagelieder, die Heldenklänge
für Gedicht und Verfehlung und dann seinen Frust
über die Verbannung, durch Kaiser Augúst.
Der and´re derzeit wohl das größte Thema
noch vor Donald Trump das bestimmende Schema
noch vor Fridays for Future und Klimawandel
vor Strafzöllen, Grenzschließung, Menschenhandel,
vor Krieg und Vertreibung, vor Flucht und Lügen
denn Covid kann man leider auch selber kriegen!
Der ist nicht weit weg wie die anderen Dramen
weil die Infizierten das Virus mitnahmen
und nun hockt es mit ungebrochener Kraft
in Europa und unserer Nachbarschaft….
Sind sie sich auch fremd wie Jacke und Hose
eint Covid und Ovid doch die Metamorphose
Das Hauptwerk Ovids, aus dem ersten Jahrhundert
ist auch das Covids, über das man sich wundert.
Ovid hats geschrieben, Covid hats gemacht
und wurde zur Pandemie über Nacht.
Ovid ist vergessen, die Dichtung vergammelt
Covid hat sich erstmal zu Großem versammelt.
Er reist durch die Welt und zieht eine Schneise
Ovid bleibt dagegen verdächtig leise.
Und so bleibt uns am Ende dann doch die Moral
jede Seuche besiegt die Kultur allemal.
Erst kommt das Fressen, dann die Gedichte
und dann das Ende, der ganzen Geschichte.
Viel wichtiger als ein Prosa-Brevier
ist das Hamstern von reichlich Toilettenpapier.
Drum schrubbt euch die Hände in Desinfektionen
und bleibt in den Häusern, das könnte sich lohnen
kommt niemand zu nahe, schon gar nicht bei Husten
das könnte am Ende die Gesundheit verwusten
Ovid hat der Menschheit die Lyrik gegeben
Covid gibt Dir nix, er nimmt Dir das Leben
Covid und Ovid, zwei ungleiche Brüder
mir wärs daher lieb, Covid ginge wieder

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Nostradamösl blas`n

Komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Da kommt schon das Virus haha, huhu,
und springt Dir an die Papillen
schon bald kneifst Du Augen und Hintern zu
und röchelst den letzten Willen
Denn dann hocken Milliarden in deiner Brust
und blockieren die Vakuolen
die geschönte Statistik, das ist Dir bewusst
kann (wie dich) nun der Teufel holen
Corona kommt und das Ende naht
wie bei Emmerich der Tsunami
wir haben erst geschlafen und nun den Salat
und enden in der Salami.
Sieh nur da vorne, wo die Ersthelfer steh`n
da krümmt sich ein Kerl auf dem Rasen
das ist heute schon Nummer zweihundertzehn

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Siehst Du die Männer am Horizont
mit den Voll-Latex-Schutzanzügen?
In dem Haus haben früher mal Leute gewohnt
die nun schon auf dem Friedhof liegen
Die ganze Siedlung, sie starb über Nacht
man sah sie wie Zombies irren
die hat der Covid alle umgebracht
und es wiehern in den Geschirren –
die Pferde der apokalyptischen Reiter
man hört schon ihr teuflisches Lachen
denn Covid ist Legion und und zieht immer weiter
um uns allen den Garaus zu machen
Besorgt euch den Mundschutz (die sind schwer zu kriegen)
und schützt euren Mund und die Nasen
doch ihr werdet Covid leider doch nicht besiegen

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Die Fenster verschlossen, die Türen verrammelt
die Städte wie leer gesogen
während hier und da schon ein Leichnam vergammelt
blass und unnatürlich verbogen
Die Läden geplündert; es kokelt und simmert
kein Mensch wagt sich noch auf die Straßen
wo in grausiger Stille ab und zu jemand wimmert
den sie einfach dort liegen lassen
Die Sirenen heulen, die Blaulichter kreisen
und am Boden wabert der Nebel
ein Versäumen ist niemandem nachzuweisen
und die Wissenschaft flieht vor dem Pöbel
Die Politiker hocken in Bunkern und Kraft
aus dem Reinraum gesendeter Phrasen
übernehmen Sie bald schon die Weltherrschaft

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Es klirren die Schwerter vom Weltungergang
Corona schwingt Sense und Säbel
auf den bäumenden Pferden unheilvoller Gesang
und dann prescht die Schwadron durch den Nebel
und tost und wütet und metzelt nieder
wer die Kraft nicht mehr hat um zu fliehen
und das Husten Covids hallt von überall nieder
es ist Zeit, um niederzuknien.
Zu beten, zu flehen und sich zu ergeben
wenn sich der „Jedermann“ nähert
wer früh stirbt kann viel länger ewig leben
wir haben uns zu spät, gewehert.
Drum bunkert noch schnell Toilettenpapier
für die dunkelsten Menscheitsphasen
Kartoffeln und Mehl und Nudeln und Bier

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Es hat die Menschheit schon immer geahnt
irgendwann kommt die Stunde der Wahrheit
Nostradamus hat davor schon lange gemahnt
und bis jetzt gings uns gut, um ein Haarbreit
Es geht zu Ende, die Sintflut kommt
selbst der ESC ist gecancelt
keine Reise, keine Party, die Welt ist verstommt
nur Covid 19, der pfeift und tänzelt
Ein Hoch dem Wahn und Expertenrunden
einen Toast auf die Apokalypse
Wir haben lange gesucht und sie endlich gefunden
und öffnen Pandorras Büchse
Die Menschheit vergeht, selbst das Fernsehn schweigt
die Luft weicht giftigen Gasen
es donnert und braust und der Wagner geigt

komm wir geh`n, Nostradamösl blas`n

Die Ankunft klein

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Corona

Am Anfang war es nicht mein Bier, Corona
aus Mexiko und nicht von hier, Corona
es schmeckte dünn, wie weißes Brot, Corona
das trinkt man nicht, ganz ohne Not, Corona.

Dann kam der Doktor Li zu Fall, Corona
das war kurz vor dem Karneval, Corona
man frug warum, wohin, Wuhan, Corona
die Fledermaus war Schuld daran, Corona

Sie kackte auf den Wochenmarkt, Corona
das wurde unters Fleisch geharkt, Corona
schon brütete das Sars, im Mett, Corona
eine Kopie aus: frisch und fett, Corona

Die suchte sich gleich einen Wirt, Corona
das war Lang Zu, der Ziegenhirt, Corona
der starb noch vor dem Morgenlicht, Corona
ein Röcheln noch und dann war Schicht, Corona

Da ließ das rote Komitte, Corona
das Virus nicht mehr in die Näh, Corona
man baute schnell ein Notspital, Corona
bejubelt im TV-Kanal, Corona

Doch, Pech, zu spät, du warst aktiv, Corona
in Wuhans Smog und Wuhans Mief, Corona
Chinesen sah man, Manns und Fraus, Corona
lethal im neuen Krankenhaus, Corona

Der Chinamann, er bleibt im Bett, Corona
und hustet Covid ins Klosett, Corona
das Virus selber ging: adé, Corona
hinfort nach Heinsberg, NRW, Corona

Das Virus mag, fast überall, Corona
das Volksfest und den Karneval, Corona
dort huscht`s per Bütz, von Bier zu Bier, Corona
thematisch, wär´n wir wieder hier: Corona

Doch anders als bei dünnem Bier, Corona
bleiben die Folgen länger hier, Corona
sie krall`n sich an den Atemschlauch, Corona
an Bronchien und die Lunge auch, Corona

er lässt uns röcheln, bis zum Tod, Corona
da ist das Bier doch recht kommod, Corona
jetzt hock die ganze Welt daheim, Corona
und Covid 19 lacht im Schleim, Corona

Schon morgen bleibt die Schule leer, Corona
Italien gibt`s schon gar nicht mehr, Corona
Die Grenzen schließen, ohne Spaß, Corona
Den Covid reist ja ohne Pass, Corona

Er steht am Schlagbaum, kugelrund, Corona
man hofft, nun wird die Welt gesund, Corona
doch da er kleiner als ein Lurch, Corona
passt Covid unterm Gatter durch, Corona

Dann zieht er weiter, ohne Hast, Corona
bis er dich bei den Zotten fasst, Corona
Nichts hilft, nicht Bio noch Chemie, Corona
die Seuche wird zur Pandemie, Corona

Sie hockt in Laos und in Rom, Corona
und Chaos herrscht im Petersdom, Corona
der Herrgott weiß sich keinen Rat, Corona
und selbst der Papst ist schon malad, Corona

Nur USA kennt keine Not, Corona
dort gilt des Präsidents Verbot. Corona
Was Trump befiehlt, macht Menschen froh, Corona
sonst kommt man nach Guantanamo, Corona

Die Welt steht dumm vor Dir, Corona
Plan A und B sind nutzlos hier, Corona
dem Trump, dem wünsch ich jedenfalls, Corona
dich und Kollegen an den Hals, Corona

Ansonsten gilt es nun zu ruh`n, Corona
und außer warten nichts zu tun, Corona
bis Du verschwindest und vergelbst, Corona
die größte Plage, sind wie selbst, Corona……….

 

-- 
Christof Legde
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Ode an Greta

 

Die Greta, die Greta,
kommt heute etwas späta.
Sie sitzt noch in der Bundesbahn
die ist so voll, die kann nicht fah`n
sie steht am Abstellgleise
und alle weinen leise.
Weil Spanien eine Pleite war
die Ziele in der Weite gar
weils Klima immer wüster wird
der Mensch bald durch die Wüste irrt
der Eisbär auf der Scholle bleibt
weil Trump es richtig dolle treibt
der Pinguin vor Hitze dampft
weil Habeck Wiener Schnitzel mampft
weil wegen hoher Celsius
der Weinachtsmarkt nun schließen muss
und weil, was alles noch verschärft
die Bundesbahn die Greta nervt
weils drinnen keinen Sitzplatz gibt
und Greta doch das Sitzen liebt …
auf Straßen und auf Gleisen
um darauf hinzuweisen
dass Kohlenstoff und Dioxyd
alles zerstört in Nord und Süd
und Ost und West und Hoch und Tief
und alles darbt im Dieselmief.
Das führt, stets Freitags, zu dem Schluss
das alles dies sich ändern muss
und wegen dem Gewissen
nun alle Bahnfah`n müssen !
Nun fahren alle Bundesbahn
das sprengt indes den Reiseplan
von ICE und D-Zug
es gibt davon nicht ge-nug !
Es platzt aus seiner Eisennaht
der Intercity „Rudolstadt“
Der Intercity Nordrhein-West
steckt überfüllt im Gleisbett fest
beim Intercity „Sachsen“
da brechen alle Achsen
und D-Zug 80-20-10
sinkt ein und ward nicht mehr gesehn.
Nun weint die Greta im Abteil
es wird kein Sitzplatz ihr zuteil
vor lauter Menschenmasse
– selbst in der ersten Klasse !
Sie postet dies für ihre Mam
auf Facebook, Youtube, Instagram
hier sitz ich nun und komm nicht wech
im Gang auf kaltem Riffelblech
und Friday für die Zukunft
weicht kaltem Po und Zugluft
OH Greta, teuer ist der Preis
was jeder Revoluzzer weiß
es liegt die Zukunft im Verzicht
das ist die Wahrheit, klar und schlicht.
Sind Auto, Flieger, Busse fort
so bleibt uns nur der Bahntransport
plus Segeln oder Radeln
will man der Welt nicht schadeln.
Die Greta weint, das Handy streikt
der Akku ist geleert und schweigt
Sie hockt auf ihrem Jutesack –
es ist noch weit,
zum Skagerak!

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Weiße Weihnacht

Weiße Weihnacht

Statt Tannen wachsen hier am Rhein
nun Palmen und Bananen
kann das der Klimawandel sein
vor dem jetzt alle mahnen ?
Da schau: Die Wüste wächst und lebt
sie steht schon kurz vor München
es lässt, dass man zu lässig lebt
sich wohl nicht übertünchen.
Zwar ist der Müll korrekt getrennt
doch qualmts aus jedem Schlote
wer immer noch fossil verbrennt
verhunzt die Klimaquote.
Dann schmilzt das Eis, dann steigt die Flut
dann bröselts an den Deichen
dann gibt`s im Norden Brand und Glut
und Polwind, bei den Scheichen.
Der Gletscher weicht nun dem Geröll
in Grönland pflanzt man Trauben
Der Eskimo schwitzt unterm Fell
der Eisbär muss dran glauben.
Und doch: jetzt ist mal Weihnachtszeit !!!
wir woll`n davon nichts wissen
der Glaube hilft der Christenheit
vorm eigenen Gewissen.
Wir stapeln in den SUV
die Gründe, uns zu freuen
so kannibalisch wohl ist uns als wie
den Auerbacher Säuen.
Dort draußen, in der Shopping mall
gibt`s Glühwein, Schnaps und Fritten
da wird, zu Leib- und Kindeswohl
auf Kunsteis Schuh geschlitten.
Da stehen Tannen, schneebedeckt
bei Sommertemp`raturen
die Aircondition kühlt versteckt
und wahrt die Schlittenspuren.
Und auf den Meeren dieser Welt
fahr`n die Containerriesen
sie bringen viel für wenig Geld
von Indern und Chiniesen
Da näht die zarte Kinderhand
und Qualm steigt aus den Schloten
Oh wunderliches Weihnachtsland
dort kennt man keine Quoten.
Es brennen Diesel, Öl und Sprit
es qualmt beim Neujahrsfeste
im neuen Jahr, da kommt der Schnitt
das wäre wohl das Beste.
Wir hocken um den Weihnachtsbaum
und singen fromme Lieder
Herr, halte die Natur im Zaum
wir sind doch alle Brüder.
Gib, dass der Klimarat sich irrt
und lass die Schlote qualmen
dass uns dein Sohn geboren wird
und Schnee liegt.
Auf den Palmen.

Lampions vor Weiß

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Lampionblumen

Lampionblumen in der Vase
Lampionblumen auf dem Klavier
Es ist Herbst. Und schon juckt meine Nase
von dem nasskalten Wetter hier.
Denn wie herrlich die Blumen auch leuchten
und wie sehr mich ihr Rot betört
die Erkältung vom Wetter, vom feuchten
ist der Herbstanteil, der mich stört.
Denn dann liege ich müd` auf dem Sofa
und dann hocke ich müd` auf dem Stuhl
und die Nase brummt wie ein Mofa
und es fehlt mir das Herbstgefuhl.
Denn der Hals schmerzt, es brennen die Lider
die Lampionsicht ist deutlich getrübt
jedes Jahr kommt der Ärger wieder
wenn es Lampionblumen gibt
Dann liegen sie auf dem Piano
es leuchtet ihr herrliches Rot
wie das Himmelstor von Pisano…
Herr, hilf mir in meiner Not.

Lampions auf dem Piano

Lampionblumen auf dem Klavier

 

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Sonntag

Wie jede Woche endet diese
mit einem Sonntag, heut` mehr grau als blau
ich blicke einmal mehr auf meine grüne Wiese
die vor dem Fenster eine Insel formt, im Ackerbau.
Ich schau die Halme an und mir wird bange
sie wachsen nicht, sie schießen aus dem Grund
ich warte mit dem Mähen meist nicht lange
doch diese Wiese hier ist einfach kerngesund.
Da sprechen auch die Apfelblüten Bände
der kleine Baum, er beugt sich sicher bald schon von der Last
so Richtung nächster Sommersonnenwende
doch die ist noch weit fort, drum keine Hast.
Es ist so friedlich heut, die Katzen dösen
und schauen aus den Fenstern, auf die Welt
es ist die Zeit, um Zeit-Rätsel zu lösen
bis wieder Sonnenlicht auf unsre Wiese fällt.
Dort bei den Bäumen öffnen sich die Schleier
und erste Sonnenstrahlen scheinen auf das Grau
der frisch bestellten Äcker – und ein Reiher
späht an des Nachbarn Fischteich durch den Tau
Nur ab und zu, seh ich ein Auto fahren
der Bauer lässt den Traktor heute steh`n
die schwarze Katze schleicht, mit nassen Haaren
um meine Beine und der Rand ist gut zu seh`n
Ich folge mit dem Blick den jungen Pappeln
das frische Grün der Blätter leuchtet weit
hör dann den Kater an dem Trockenfutter rappeln
wer Tiere hat, der hat Verbindlichkeit.
Den Tieren fehlt, das muss man wohl so sehen
für die Romantik eines Frühjahrs echt der Sinn
sie wollen hier im Dorf nur ihre Runden drehen
und nehmen Schönheit als naturgegeben hin.
Für sie dreht sich doch alles um die Mäuse
(das gilt zuweilen auch für  Menschen, geb ich zu)
da kommt schon wieder eine Katze durch die Katzenschleuse
doch ohne Maus, das gibt mir Seelenruh.
Auch wenn ich weiß, dass Tiere Tiere fangen
so hab ich damit manchmal meinen Stress
man sieht mich täglich um die Opfer bangen
auch wenn ich selber gerne Schnitzel ess.
Doch alles dies sind hier nur Randgedanken
noch immer ist die Seelenstimmung mild
ich seh dem Efeu vor dem Schuppen zu, beim ranken
und alles ist so friedlich wie im ersten Bild

Seerosen klein

 

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