Weihnachten 2020

Der Baum steht einsam dort im Zimmer
man nimmt das Funzellicht der LED`s kaum wahr
das waren früher, Kerzen, immer
bis zu dem Zimmerbrand im letzten Jahr.
Da fing das Baumharz plötzlich Feuer
es schmolzen Christbaumkugel und Konfekt
der Eimer Wasser, er verpuffte am Gemäuer
der alte Feuerlöscher war defekt.
Am Ende ist dann auch die Feuerwehr gekommen
da hat das Sofa noch ein letztes Mal gezischt
es waren einige vom Rauch benommen
und Opa hat es dann final erwischt.
Doch muss man sagen, unterm Strich war Action
die Großfamilie hatte ihren Spaß
zwar kohlten die Geschenke in den Päckchen
doch war´s ein Fest, dass keiner mehr vergaß.
Da haben 20 Mann gesoffen und gejohlt
und durch den abgebrannten Dachstuhl rausgebrüllt
der Baum, war zur Unkenntlichkeit verkohlt
doch jedes Herz, von Weihnachten erfüllt !
Nun steht der Baum dort einsam, schwach beleuchtet
keine Gefahr, dass er noch einmal brennt
selbst völlig trocken, unbefeuchtet
fehlt einer LED des Feuers Temprament.
Und weiter fehlen auch die Gäste
die um den Baum sich scher`n bei diesem Fest
Denn es ist Krise und es ist das Beste
wenn man das Feiern besser lässt.
Wenn man zuhause bleibt, im kleinen Kreise
und keine Lieder singt, mit großer Zahl
der Baum bleibt dunkel, es bleibt leise
und unterm Mundschutz murmelt man „es war einmal“
Denn der ist Pflicht, auch bei der Suppe
die Aerosole kennen keinen Spaß
Mehr als 2 Mann sind bei Corona eine Gruppe
wie man im Bundespresseamt verlas.
Drum wird der Glühwein mit dem Strohhalm eingesogen
man sitzt im kleinen Kreis bei Wurst und Krautsalat
die Abendmette hatte man erwogen
doch es herrscht Ausgangssperre in der Stadt.
So ist man ganz auf sich gestellt am Heiligabend
und traurig ist die Aussicht auf den Baum
ja selbst der Holzwurm, in der Fichte schabend
kaut freudlos hinter seinem Mundschutzsaum.
Die Spitze eines Baumes nennt man Krone
„Coronam“ lautet diese auf Latein
das fiel, wie boshaft und dem Mensch zum Hohne
wohl dem verfluchten kleinen Covid-Igel ein.
Nun ist es in der Christnacht zappenduster
man denkt voll Wehmut nochmal an das letzte Fest
dann holt der Vater Terpentin als Booster
Corona brennt, quod iustum est*
Dann folgt noch Saufen, Toben, Fluchen und Beschimpfung
und dann der Aufschrei „nächstes Mal die AFD“
nur mit der Ruhe, bald schon kommt die Impfung !
dann ist das ganze Elend kurzerhand passé.
Die Welt bricht auf, es folgen gold`ne Zeiten
die Wirtschaft brummt und jeder ist gesund
man spricht nicht mehr von all den Pleiten
den letzten beißt halt leider stets, der Hund…
Doch aufgepasst, wir sind noch nicht am Ende
denn so ein Virus kann ja wieselflink mutier`n
dann hüpft die neue Abart durch`s Gelände
um uns, trotz trügerischer Sicherheit, zu infizier`n
Wenn dieses Weihnachtsfest nun schon verhunzt und blöd ist
so bleibt ein letzter frommer Wunsch der Christenheit
„Herr, schick Corona schleunigst in die Ödnis“
und wenn das Biest schon rund ist, mach uns breit.
(lat.: so ist es recht)

I am / Stillleben mit Weinflasche http://www.kunstblaetter.de

Über poem185

Bin schon ziemlich lange hier, so seit zweiundsechzig. Trink mir gerne mal ein Bier und, sieh Bild, das rächt sich. Hätt ich - wissend dies - vorab anders mich benommen ? Jede Falte, die ich hab ist mir nun willkommen ... Falten hat der Mopshund auch grad wie`s Origami, quergefaltet ist der Bauch von zuviel Salami.
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